Bevölkerungsbewegung | Population movement

Kindersterblichkeit | Child mortality

Bevölkerungsbewegung | Population movement

Kindersterblichkeit | Child mortality

Bevölkerungsbewegung

Kindersterblichkeit

 

Population movement

Child mortality

Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in der Bevölkerung insgesamt hohe Sterberaten, die ab den siebziger Jahres des 19. Jahrhunderts langfristig sanken. Ein wichtiges Element dabei war die Änderung in der Kindersterblichkeit. Etwa 30 Prozent aller Sterbefälle in ganz Österreich waren Säuglinge, also Kinder im ersten Lebensjahr. Dieser Anteil blieb insgesamt in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg ziemlich konstant, regional sank er. Die Sterblichkeit der etwas älteren Kinder, die ebenfalls hoch war, sank etwas schneller. Insgesamt entfielen um 1880 ungefähr 45 Prozent aller Sterbefälle auf Kinder unter fünf Jahren, um 1910 waren es immer noch etwas über 40 Prozent. Der Anteil der Kinder an der Gesamtbevölkerung war leicht abgesunken (von etwas über 15 Prozent auf etwas unter 15 Prozent), aber ihr Anteil an den Verstorbenen sank schneller.

Dies alles geschah im Zusammenhang der allgemein sinkenden Sterblichkeit. Bezieht man die Kindersterblichkeit auf die Geburtenzahl, erhält man klareres Bild, wenn auch kein perfektes. Da es keine genaue nach Alter unterschiedene jährliche Feststellung der Bevölkerungszahl gab, gibt die Geburtenzahl eine Vorstellung von der Anzahl der vorhandenen Kinder. Störend wirkt sich aus, daß auch kleine Kinder mobil waren, sei es zusammen mit ihren Eltern, sei es im Zusammenhang mit der Unterbringung in Pflegefamilien. Manche Kinder starben daher nicht in ihrem Geburtsbezirk, und die Konstellationen waren nicht unbedingt zufällig. Dennoch werden diese Daten für die Darstellung in den Karten verwendet. Angegeben wird für jeden politischen Bezirk und jedes Jahr die Zahl der Kindersterbefälle im Verhältnis zur Geburtenzahl desselben Jahres.

Klar erkennbar ist die allgemeine Verbesserung. Dazu kommen regionale Unterschiede, die aber überwiegend in kurzfristigen Änderungen bestehen. Die meisten Regionen erlebten Episoden mit erhöhter Kindersterblichkeit bei zwischendurch wieder günstiger Situation. Am ehesten kann man typisch hohe Kindersterblichkeitsraten in Ostgalizien feststellen, nicht aber in Westgalizien.

Die Karten werden als Video gezeigt, es ist aber jederzeit möglich, den Ablauf zu unterbrechen und einzelne Jahre genauer anzusehen.

Until the second half of the 19th century, overall mortality rates among the population were high, but they began to fall steadily from the 1870s onwards. An important part of this process was the decline in infant mortality. Around 30 per cent of all deaths across Austria were deaths of infants, i.e. children in their first year of life. This proportion remained fairly constant overall in the decades leading up to the First World War, though it did fall in some regions. The mortality rate among slightly older children, which was also high, fell at a slightly faster rate. Overall, around 1880, approximately 45 per cent of all deaths were among children under five; by 1910, this figure was still just over 40 per cent. The proportion of children in the total population had fallen slightly (from just over 15 per cent to just under 15 per cent), but their share in all deaths fell more rapidly.

All this took place against a backdrop of a general decline in mortality rates. If we relate infant mortality to the number of births, we obtain a clearer picture, albeit not a perfect one. As there was no precise annual census of the population broken down by age, the number of births gives an indication of the number of children present. A complicating factor is that even young children were mobile, whether travelling with their parents or being placed in foster care. Some children therefore did not die in their district of birth, and the patterns were not necessarily random. Nevertheless, these data are used for the presentation in the maps. For each administrative district and each year, the maps display the number of infant deaths in relation to the number of births in the same year.

The overall improvement is clearly evident. There are also regional differences, though these are largely limited to short-term fluctuations. Most regions experienced periods of increased infant mortality interspersed with periods when the situation improved. Typically high infant mortality rates are most evident in Eastern Galicia, but not in Western Galicia.

The maps are displayed as a video, but it is possible to pause the sequence at any time to examine individual years in more detail.

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