Gesundheit | Health

Scharlach | Scarlet fever

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Scharlach | Scarlet fever

Wichtige und in nicht wenigen Fällen tödliche Kinderkrankheiten waren die Masern und der Scharlach. Bei beiden Krankheiten zeigt die Sterblichkeit vor dem Ersten Weltkrieg ein ganz anderes Bild als die Geschichte der Pocken und der Diphtherie. Zu den historisch wichtigen Kinderkrankheiten im allgemeinen siehe die einleitenden Bemerkungen beim Thema Diphtherie.

Den Scharlach gibt es nach wie vor. Es gibt keine Schutzimpfung gegen die Krankheit, sie ist aber als bakterielle Erkrankung mit Antibiotica heute gut therapierbar. Vor der Erfindung der Antibiotica war der Scharlach jedoch eine gefährliche Krankheit. In den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg starben etwa 1 bis 1,5 Prozent der Kinder an Scharlach. Lokale Epidemien führten allerdings zu Opferzahlen, die um ein Vielfaches darüber lagen: In einzelnen Bezirken und einzelnen Jahren entsprach die Zahl der Scharlachtoten 10 Prozent, 15 Prozent, sogar über 20 Prozent der Zahl eines Geburtsjahrgangs.

Kinder, die an Scharlach starben, waren im Durchschnitt älter als die Opfer der Masern: Nur 15 Prozent von ihnen waren Säuglinge, weniger als die Hälfte waren unter drei Jahre alt, 70 Prozent waren unter fünf Jahre alt, ungefähr ein Viertel war zwischen fünf und zehn Jahre alt.

Bei der Scharlachsterblichkeit vor dem Ersten Weltkrieg ist insgesamt ein schwacher Rückgang zu erkennen. Es gab allerdings großräumige regionale Unterschiede, die sich ab der Jahrhundertwende verstärkten. Der leichte Rückgang in Österreich insgesamt war in Wirklichkeit vor allem eine Verbesserung der Situation in den Alpenländern, etwas weniger ausgeprägt auch in den böhmischen Ländern; freilich gab es auch in diesen Gebieten in einzelnen Jahren eine Häufung von Scharlachsterbefällen.

Dauerhaft schlimm war und blieb die Lage in Galizien und der Bukowina. Das Niveau der Scharlachsterblichkeit dort war über große Gebiete dauerhaft hoch, dazu kam es nahezu in jedem Jahr gebietsweise zu zusätzlichen epidemischen Ausbrüchen.

Die Gründe für die regionalen Unterschiede und den Rückgang in einem Teil des Gebiets sind nicht leicht zu erklären, da eine Therapie vor dem Ersten Weltkrieg nirgendwo verfügbar war und somit niemand in dieser Hinsicht im Vorteil war. Eine regional unterschiedliche Verbesserung des Allgemeinzustands der Kinder ist möglich, da sich der Lebensstandard in den Alpenländern und den böhmischen Ländern wahrscheinlich schneller verbesserte als in Galizien und der Bukowina. Die plausiblere Erklärung ist aber ein regional unterschiedlich striktes und effektives System der Isolierung von Kranken, eine an sich seit langem bekannte Maßnahme, die aufgrund der Wohnverhältnisse und der begrenzten Möglichkeit einer Hospitalisierung oft nur unzureichend vorgenommen werden konnte.

Die Karten werden als Video gezeigt, es ist aber jederzeit möglich, den Ablauf zu unterbrechen und einzelne Jahre genauer anzusehen.

Measles and scarlet fever were serious childhood illnesses, and in many cases fatal. For both diseases, mortality rates prior to the First World War present a very different picture from the history of smallpox and diphtheria. For a general overview of historically significant childhood illnesses, see the introductory remarks under the topic of diphtheria.

Scarlet fever still exists today. There is no vaccine against the disease, but as a bacterial infection it can now be effectively treated with antibiotics. Before the invention of antibiotics, however, scarlet fever was a dangerous disease. In the decades before the First World War, around 1 to 1.5 per cent of children died from scarlet fever. Local epidemics, however, led to death tolls that were many times higher: in some districts and in certain years, the number of deaths from scarlet fever accounted for 10 per cent, 15 per cent, or even over 20 per cent of the number of children born in a given year.

Children who died of scarlet fever were, on average, older than those who died of measles: only 15 per cent were infants, fewer than half were under three years old, 70 per cent were under five, and around a quarter were between five and ten years old.

Overall, a slight decline in scarlet fever mortality can be observed prior to the First World War. However, there were significant regional variations, which became more pronounced from the turn of the century onwards. The slight decline in Austria as a whole was in reality primarily due to an improvement in the situation in the Alpine lands, and to a somewhat lesser extent in the Bohemian lands; admittedly, there were also clusters of scarlet fever deaths in these areas in individual years.

The situation in Galicia and Bukovina remained consistently dire. The scarlet fever mortality rate there remained persistently high across large areas, and on top of this, local epidemic outbreaks occurred almost every year.

The reasons for the regional differences and the decline in parts of the area are not easy to explain, as treatment was not available anywhere before the First World War and therefore no one had an advantage in this respect. A regionally varying improvement in the general condition of children is possible, as living standards in the Alpine lands and the Bohemian lands probably improved more rapidly than in Galicia and Bukovina. The more plausible explanation, however, is a system of isolating the sick that varied in strictness and effectiveness from region to region. Isolation was an established preventive measure, but it was often implemented inadequately due to housing conditions and the limited possibility of hospitalisation.

The maps are displayed as a video, but it is possible to pause the sequence at any time and examine individual years in more detail.

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